Die Polizei ist für Sie in der Luft unterwegs!
Der Polizeiflugdienst hat eine seiner Basen und auch seine
Flugschule hier auf dem Göteborg City Airport.
„Eigentlich müssen wir dem früheren sowjetischen Staatschef
Nikita Chrustschow dafür danken, dass wir in Schweden
Polizeihubschrauber haben. Als er 1964 auf Staatsbesuch kommen
sollte, hat man die Notwendigkeit erkannt, große Bereiche aus
der Luft überwachen zu können. Das erste Modell war der
klassische schwarz-weiße Bell 47 und dann allmählich der etwas
größere Bell 206. Diese waren bis 2001 im Dienst, als die neue
Generation zweimotoriger Hubschrauber zum Einsatz kam. Die Wahl
fiel auf Eurocopters EC 135. Heute kann sich daher die
schwedische Polizei damit brüsten, einen der modernsten
Hubschrauber der Welt zu haben. Der Preis für einen einzigen EC
135 liegt bei ca. 40 Millionen, wobei die Hälfte auf die
technisch sehr aufwendige Ausrüstung entfällt. Der Bell 206 ist
bei uns übrigens immer noch häufig zu sehen, da er von der
Flugschule verwendet wird, die auf dem City Airport stationiert
ist.
Viele
Arbeitsaufgaben
Der Polizeiflugdienst ist Teil
der Reichskriminalpolizei und neben Göteborg befinden sich
gegenwärtig Basen in Boden, Östersund, Stockholm und Malmö. Es
hat sich gezeigt, dass Hubschrauber ein sehr effektives
Hilfsmittel bei der Polizeiarbeit sind. Ein großer Teil der
Einsätze betrifft Rettungsflüge und schwere Kriminalität.
Zusammen entspricht dies 2/3 sämtlicher Aufträge. Der Rest
bezieht sich auf die Bekämpfung von Umweltvergehen, die Natur-,
Jagd- und Fischereiüberwachung, Grenzkontrollen sowie die
Überwachung bei verschiedenen Arten von größeren Zusammenkünften,
Staatsbesuchen und ähnlichen Ereignissen.
Vermisste
Personen
Ein üblicher Anlass für den
Einsatz des Polizeiflugdienstes ist die Suche nach vermissten
Personen. Dabei kann es sich um Kinder oder ältere, verwirrte
Personen, die orientierungslos sind, handeln. Krankheiten,
Unglücke und Selbstmordversuche sind auch oft ein Grund für das
Verschwinden. Jährlich werden allein im Raum Göteborg über 1200
Personen als vermisst gemeldet. Davon führen 250 Fälle zum
Einsatz des Polizeiflugdienstes. 98% können lokalisiert werden,
ein sehr beeindruckendes Ergebnis. Ein technisches Hilfsmittel,
das in diesem Zusammenhang sehr nützlich ist, sind Wärmekameras,
mit denen alle Polizeihubschrauber ausgestattet sind.
Seit 2002 wird der
Polizeiflugdienst nicht mehr für Geschwindigkeitskontrollen
eingesetzt, sondern diese Aufgabe wird ganz von den
Einsatzkräften am Boden durchgeführt. Manchmal werden die
Motorräder der Verkehrspolizei jedoch unterstützt und aus der
Luft geleitet, Verkehrsgeschehnisse dokumentiert usw.
Fliegende Hunde
Eine enge Zusammenarbeit besteht
auch mit den Hundestaffeln. Die Polizeihunde sind es gewohnt,
mit dem Hubschrauber zu fliegen und scheinen nichts dagegen zu
haben. Weniger beliebt ist es, aus der Luft abgeseilt zu werden,
aber wenn der Hund erst mal unten ist, vergisst er schnell das
Unbehagen und erledigt seine Arbeit wie gewohnt.
Die Besatzung eines
Polizeihubschraubers besteht aus einem Pilot und einer Person,
die die komplizierte Ausrüstung bedient. Um Hubschrauberpilot
werden zu können, muss man vorher 4 Jahre Polizeidienst
abgeleistet haben. Die Ausbildung dauert 1,5 Jahre. Ein neuer
Gedanke, der gegenwärtig diskutiert wird, besteht darin, auf
bereits ausgebildete Militärpiloten aus der aufgelösten
Hubschrauberdivision Säve zurückzugreifen und diese zu
Polizisten auszubilden. Der Bedarf an mehr fliegendem Personal
innerhalb des Polizeiflugdienstes ist laut Lars-Gunnar
Gustafsson nämlich groß.
Die Flugschule kümmert sich auch
um die wichtige Fortbildung der Mitglieder des
Polizeiflugdienstes. Schwierige Bestandteile wie Flüge in der
Dunkelheit und im Gebirge, mit hängender Last und
Instrumentenflüge werden regelmäßig trainiert.
Die
Bereitschaft ist gut
Der Polizeiflugdienst muss am
Tage innerhalb von höchstens fünf Minuten nach einem Alarm in
der Luft sein. In der Realität sind oft wenige Minuten
ausreichend. Die Hubschrauber sind vom zweimotorigen Typ und
können daher sowohl im Dunkeln, bei schlechtem Wetter und über
dem Meer fliegen. Die Piloten sind jetzt auch mit sog. ”Night
Vision Goggles” ausgerüstet, die es ermöglichen, Gegenstände in
völliger Dunkelheit zu sehen.
Weitere Informationen:
Polizei web
Letzte Änderung 2008-06-17